Aktuellen Erscheinungen der Presse


Der Klub

Die Welt 18.03.2010

Ja, Frauen sind oft zu klug, sich den archaischen Positionskämpfen im Primatenrudel auszusetzen. Sich sagen sich: Spielt ihr Männer mal eure Spielchen, macht euch doch kaputt - zur Belohnung dürft ihr dann auch früher sterben. Ja, Frauen sind oft nicht so zielverbissen wie wir, weil sie das Miteinander und den gemeinsamen Weg mindestens so schätzen wie das bloße Ankommen. Ja, Frauen glauben häufig, sie müssten keine Karriere fordern, ihre Leistung spräche schon für sich und müsse nicht weiter präsentiert werden. Ja, Frauen fehlt es an Imponiergehabe, an souveräner Parkettfähigkeit, an …

 

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Fallstricke der Langfristigkeit

Manager Magazin 03/2010

 

Nachdem man allerorten die Kurzfristigkeit der Renditeerwartungen als eine Ursache derFinanzkrise identifiziert hat,

bietet die Beratungsindustrie nun krisenmodisch angepasste Versionen an - mit langfristigen Anreizen, Plus- und Minuspunkten für bestimmte Leistungsaspekte sowie Clawback-Klauseln, um bereits bezahlte Prämien notfalls zurückzufordern. Intensiv diskutiert wird vielerorts eine sogenannte „Bonusbank“: Wie bisher wird der Erreichungsgrad vereinbarter Ziele festgestellt, der Führungskraft aber nicht die daraus resultierende volle Bonussumme ausgezahlt, sondern teilweise auf eine unternehmenseigene Bonusbank überwiesen, wo das Geld verzinst und später ausgeschüttet wird. Ein Teil des Bonus wird also einbehalten und dem Risiko der mittelfristigen Geschäftsentwicklung ausgesetzt. Sollten sich die bonusrelevanten Kennzahlen schlechter entwickeln als geplant, wird der in guten Jahren aufgebaute Bonus nachträglich ...

 

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    Was man festhält, flieht.

    Neue Züricher Zeitung 17.02.2010

   Kann die Schweiz nur noch kopfschüttelnd nach Norden blicken?

   Oder liefert das deutsche Steuerdrama auch Anschauungsmaterial für Entwicklungen, die im Falle Deutschlands wohl kaum mehr aufzuhalten sind, aus denen die Schweiz aber lernen kann?

Rechtsstaat gegen Staatsrecht – so lautet die Paarung, die gegenwärtig in Deutschland gegeneinander antritt. Im Regelfall wird dabei moralisiert und das Böse individualisiert. Will man aber das Problem lösen, dann muss man auch pragmatisch den systemischen Rahmen anschauen. Dann ist zu fragen: Unter welchen institutionellen Bedingungen ist eine relativ hohe Steuergerechtigkeit wahrscheinlich?  

Stellt man diese zweite Frage, dann kommt man kaum umhin, den Streit um den Ankauf gestohlener Bankdaten als Vertrauensdiskurs zu beschreiben. Wenn die Deutschen ihr Geld massenweise ins Ausland transferieren, dann vertrauen sie nicht: dass mit ihrem Geld verantwortungsvoll umgegangen wird, dass der Nachbar auch seiner Steuerpflicht nachkommt, dass das Geld wirklich bei den Bedürftigen ankommt, dass die Gesetzgebung ...

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     Der Star ist die Mannschaft

     Manager Magazin 11/2009

    Wie wichtig ist die Nummer eins eines Unternehmens wirklich? Die   

     Finanzmärkte glauben es zu wissen: Aktienkurse reagieren oft euphorisch auf den Wechsel an der Unternehmensspitze. Und diese Reaktion ist so beeindruckend naiv, dass sie unser Lächeln ehrlich verdient. Als wäre ein einzelner Mensch nicht nur in der Lage, das komplexe Zusammenspiel von Organisation und Markt vollumfänglich zu steuern, sondern dies auch noch unter allen Umständen und in allen Kontexten und zu aller Zeit und immer gleich erfolgreich (womit Erfolg noch gar nicht definiert wäre). Der Historiker kennt dieses Männer-machen-Geschichte-Paradima als publikumswirksame Personalisierung, die Napoleon Russland erobern lässt und den Nationalsozialismus zum ...

 

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Vom Staatsbürger zum Bürgerstaat

Die Welt 19.10.2009

Wie schaut der Staat den Bürger an? Einige blicklenkende Alternativen: Ist der Bürger in der Lage, seinen eigenen Weg zu gehen – oder glaubt der Staat, ihm diesen Weg vorzeichnen zu müssen? Ist er ein Erwachsener, dem man Erwachsensein auch zutrauen muss – oder ist er ein Kind, das erzogen werden muss? Muss man die Sozialsysteme an die Lebensentwürfe der Bürger anpassen - oder sind, umgekehrt, die Lebensentwürfe der Bürger den Systemen anzupassen? Hat der Bürger die natürliche Neigung, sich zunächst um sich und seine Familie zu kümmern - oder soll er sich vorrangig um ...

 

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Epochenbruch
Manager Magazin 7/2009

Ich grüsse, bevor ich zum Punkt komme, zwei Gessler-Hüte. Den einen: Wer am Managementdiskurs der letzten zwanzig Jahre teilgenommen hat, weiss, wie sehr ich mich gegen die Boni-Unsitte ausgesprochen habe, die unter der Hand das Unternehmen zur Beute seiner Angestellten macht. Den anderen: Wie wichtig die Legitimität von Management-Entscheidungen für die innere Verfasstheit eines Unternehmens ist, habe ich andernorts erörtert (Harvard Business manager 03/2005): Wenn das Management nicht in der Lage ist, Entscheidungen wertgestützt zu begründen und gegen konkurrierende ...

 

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      Es gibt keine richtigen Anreize

      - Zehn Überlegungen zur Entlohnungspolitik-

      Neue Züricher Zeitung 10.01.2009

     Die Entlohnung der Manager ist durch die Finanzkrise erneut zum Thema geworden. Diesmal steht jedoch weniger die Höhe der Gelder im Vordergrund, vielmehr richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Verhaltensanreize, die vom Belohnungssystem ausgehen. Überall bastelt man an neuen Systemen, die „falsche“ Anreize durch „richtige“ ersetzen sollen. Will man jedoch nicht in technokratischen Aktionismus verfallen und lediglich „innerhalb“ der Belohnungslogik denken, dann ist an fundamentale Prinzipien der Unternehmensführung zu erinnern ...

 

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