Aktuellen Erscheinungen der Presse


Das anständige Unternehmen

manager magazin 11/2011

Welch ein Getümmel! Der Bürger steht fassungslos vor unfassbaren Staatsschulden, Too-big-to-fail-Zynismen, mit denen sich Politik und Finanzindustrie wechselseitig schützen, TINA-Advokaten, die ihm die Selbstabschaffung der Vernunft empfehlen, Gehaltsexzessen einer kleinen Managerclique, die sich zulasten der Allgemeinheit nach selbstgesetzten Regeln schamlos bereichert und aus der Wertegemeinschaft der Zivilisierten längst verabschiedet hat. Wirtschaftlicher Erfolg, so seine Schlussfolgerung, verdankt sich nicht mehr bürgerlichen Tugenden wie Fleiss, Ausdauer, Talent und unternehmerischem Risiko, sondern der Zugehörigkeit zu einer neofeudalen Funktionärskaste und ihrer Nähe zum ...

 

Lesen Sie weiter...


Probezeit - Ernst genommen

Schweizer Arbeitgeber 4/2011

Was wir von PISA gelernt haben: Der Anfang ist das Entscheidende. Das gilt auch für den Erfolg von Unternehmen – er steht und fällt mit der Auswahl der richtigen Mitarbeiter. Man ist gut beraten, Zeit und Geld nicht Jahre nach der Einstellung in eine mehr oder weniger leerlaufende Reparaturintelligenz zu investieren, sondern an den Pforten des Unternehmens zu platzieren. Kurzum: Personalauswahl ist die wichtigste Managemententscheidung überhaupt. Es gibt aber nur wenige erfolgsrelevante Aufgaben im Unternehmen, die derart unprofessionell gehandhabt werden und in denen mit weniger Systematik und Expertise vergleichbare Risiken eingegangen werden. Bleibt die Frage ...

Lesen Sie weiter...

 


Was treibt uns an? - Auf der Suche nach dem richtigen Weg zur optimalen Leistung

Controller Magazin März/April 2011

Die Frage, was uns antreibt, ist recht facettenreich. Wir stellen damit die Frage nach unserer treibenden Kraft oder sozusagen nach unserem „inneren Motor“, nach unseren Beweggründen. Wir können nur etwas bewegen, wenn uns etwas antreibt. In diesem Verständnis ist Antrieb auch „bewegende Energie“. Es ist zu fragen, was kann unseren Einsatz, unser Engagement, „unser Feuer“ fördern oder auch hemmen. Welchen Einfluss üben die „Antriebstechniken“ in unseren Unternehmen aus, z. B. das Führungsverhalten der Vorgesetzten? Diese Fragen sind Gegenstand des nachfolgenden Dialogs zwischen ...

 

Lesen Sie weiter...


Zukunft hat Herkunft

manager magazin 04/2011

Da gibt es das Unternehmen, in dem eine bestimmte Intervention großartige Früchte trägt. Derselbe Vorschlag scheitert in einem anderen Unternehmen - bei vergleichbarer Problemlage, vergleichbarer Firmengröße, fast identischer Organisationsstruktur. Da gibt es das Handels-Unternehmen, das von seinem Geschäftsführer mit großer Geduld und tiefem Glauben an die Selbstentwicklungs-Fähigkeiten der Mitarbeiter seit Jahrzehnten von Erfolg zu Erfolg geführt wird. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, gibt es ein Unternehmen derselben Branche, das von der Inhaberfamilie mit beeindruckender Menschenverachtung ebenfalls seit Jahrzehnten von Erfolg zu Erfolg geführt wird. Zwei Unternehmen, die internen Unterschiede kaum größer denkbar, auf demselben Markt, mit fast demselben Produkt-Sortiment, im Kampf um denselben ...

 

Lesen Sie weiter...

 


Vergesst die Quote!

Die Welt 30.03.11

1. Was immer man zu dem Thema Frauenquote sagt, es ist kontaminiert vom Geschlecht.

Der, der da spricht, ist entweder Mann oder Frau. Insofern hat man immer ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Selbst, wenn man für die Bevorzugung des anderen Geschlechts votiert.

 

2. Was jedem intelligentem Menschen widerstrebt: in stereotyper Form von „Männern“ und „Frauen“ zu sprechen, es muss zulässig sein. Wie soll man sonst ...

 

Lesen Sie weiter...


Kultiviertes Misstrauen

Schweizer Monatshefte 03/2011

In Deutschland regiert das Misstrauen. Sprunghaft wächst es gerade in den bürgerlichen Schichten: „Die da oben machen sowieso, was sie wollen.“ In Stuttgart kann man beobachten, wie im feinem Zwirn demonstriert wird. Kaum, dass Bürger und Politik noch eine gemeinsame Vorstellungswelt teilen. Wie ist es dazu gekommen? Die Deutschen werden seit Jahrzehnten von einer politischen Kaste regiert, die ihnen nicht vertraut, nicht viel zutraut und deshalb auch nichts zumutet. Vor dem Hintergrund der NS-Zeit hat man den direkten Zugriff des „Volkes“ auf die Politik in extremer Weise gefiltert. Mit zusammengekniffenen Augen schaute man auf ...

 

Lesen Sie weiter...

 


Von Lügen und Notlügen

manager magazin 02/2011

Abschiedsessen für einen altgedienten Manager. In aufgeräumter Stimmung haben sich Mitarbeiter und Kollegen um den Tisch versammelt. Man erwartet, dass Sie eine kleine Rede halten. Wollen Sie die Gelegenheit nutzen, ihm einmal gründlich die Meinung zu sagen? Werden Sie darüber sprechen, dass viele seiner Mitarbeiter schon Jahre darauf warten, dass er endlich geht? Werden Sie sagen, dass sein permanentes Witzeerzählen bisweilen unerträglich war? Und werden Sie sagen, dass er nur wegen einiger früherer Verdienste nicht vorzeitig seinen Hut nehmen musste? Nein, das werden Sie nicht. Sie wollen ihn nicht ...

 

Lesen Sie weiter...


Zu Ende denken

Die Welt 10.10.2010

Gemeinsame Wege – in Deutschland kann man sie nur beginnen, nie beenden. Heftige Zustimmung allseits beim Anfang, beim Zusammenkommen. Wer gemeinsame Wege hingegen „zu Ende denkt“, wer trennen, ja ausschliessen will, der hat sich offenbar aus der Solidargemeinschaft der Zivilisierten verabschiedet. Führung – auch eine politische Führung –  muss jedoch gegen den Furor der Integration die Partituren der Trennung zur ...

 

Lesen Sie weiter...


Führung in der Krise

manager magazin 07/2010

Die Krise ist allgegenwärtig. Auch bei der Führung. „Führen in Krisenzeiten“ wünschen sich Unternehmen als Thema für ihre Managerkonferenzen. Und Kongress-Veranstalter, die gern dem Zeitgeist den Puls fühlen, überschwemmen den Markt mit entsprechenden Seminarangeboten: Was muss ein Manager in der Krise anders machen? Was ist das Besondere an Führung in Krisensituationen? Die Rede von der Krise enthält eine versteckte Theorie des Normalen, des Ungestörten. Wie aber soll diese Nicht-Krise aussehen? Gibt es eine ...

 

Lesen Sie weiter...


So tust du, was ich will

Schweizer Monatshefte 06/2010

„Nudge“ heißt das erfolgreiche Buch, das der amerikanische Ökonom Richard Thaler zusammen mit dem Verfassungsrechtler Cass Sunstein jüngst veröffentlichte. „Nudge“ heißt etwa „Stups“, und wohin der Stups gehen soll, wird im Untertitel klar: „Wie man kluge Entscheidungen anstößt“. Der Anspruch des Buches ist nichts weniger, als Menschen durch psychologische Tricks und Kniffs dazu zu bringen, „bessere“ Entscheidungen zu treffen. Und dies, ohne sie in ihrer Freiheit einzuschränken. Die meisten Vorschläge folgen der Strategie ...

 

Lesen Sie weiter...


Freiheit ist Freiheit

eigentümlich frei 04/2010

Es gibt sie, und es sind nicht wenige, die die menschliche Freiheit nicht als Lust, sondern als Last empfinden. Sie können es gar nicht erwarten, jene Verantwortung wieder loszuwerden, die der Wegbegleiter der Freiheit ist. Und deshalb suchen sie Entlastungen.

Vor allem die Politik, immer auf der Suche nach Wählerstimmen fördernden Beileidseinsätzen, überrascht gerne mit Erlösungsversprechen. Ihre frohe Botschaft: Das mit der Freiheit sei gar nicht so gemeint, Selbstverantwortung sei in weiten Teilen ein Missverständnis. Man müsse nämlich unterscheiden zwischen einer positiven Freiheit (zu etwas) und einer ...

 

Lesen Sie weiter...


Der Klub

Die Welt 18.03.2010

Ja, Frauen sind oft zu klug, sich den archaischen Positionskämpfen im Primatenrudel auszusetzen. Sich sagen sich: Spielt ihr Männer mal eure Spielchen, macht euch doch kaputt - zur Belohnung dürft ihr dann auch früher sterben. Ja, Frauen sind oft nicht so zielverbissen wie wir, weil sie das Miteinander und den gemeinsamen Weg mindestens so schätzen wie das bloße Ankommen. Ja, Frauen glauben häufig, sie müssten keine Karriere fordern, ihre Leistung spräche schon für sich und müsse nicht weiter präsentiert werden. Ja, Frauen fehlt es an Imponiergehabe, an souveräner Parkettfähigkeit, an …

 

Lesen Sie weiter...

 


Fallstricke der Langfristigkeit

Manager Magazin 03/2010

Nachdem man allerorten die Kurzfristigkeit der Renditeerwartungen als eine Ursache derFinanzkrise identifiziert hat,

bietet die Beratungsindustrie nun krisenmodisch angepasste Versionen an - mit langfristigen Anreizen, Plus- und Minuspunkten für bestimmte Leistungsaspekte sowie Clawback-Klauseln, um bereits bezahlte Prämien notfalls zurückzufordern. Intensiv diskutiert wird vielerorts eine sogenannte „Bonusbank“: Wie bisher wird der Erreichungsgrad vereinbarter Ziele festgestellt, der Führungskraft aber nicht die daraus resultierende volle Bonussumme ausgezahlt, sondern teilweise auf eine unternehmenseigene Bonusbank überwiesen, wo das Geld verzinst und später ausgeschüttet wird. Ein Teil des Bonus wird also einbehalten und dem Risiko der mittelfristigen Geschäftsentwicklung ausgesetzt. Sollten sich die bonusrelevanten Kennzahlen schlechter entwickeln als geplant, wird der in guten Jahren aufgebaute Bonus nachträglich ...

 

Lesen Sie weiter...


 

    Was man festhält, flieht.

    Neue Züricher Zeitung 17.02.2010

   Kann die Schweiz nur noch kopfschüttelnd nach Norden blicken?

   Oder liefert das deutsche Steuerdrama auch Anschauungsmaterial für Entwicklungen, die im Falle Deutschlands wohl kaum mehr aufzuhalten sind, aus denen die Schweiz aber lernen kann?

Rechtsstaat gegen Staatsrecht – so lautet die Paarung, die gegenwärtig in Deutschland gegeneinander antritt. Im Regelfall wird dabei moralisiert und das Böse individualisiert. Will man aber das Problem lösen, dann muss man auch pragmatisch den systemischen Rahmen anschauen. Dann ist zu fragen: Unter welchen institutionellen Bedingungen ist eine relativ hohe Steuergerechtigkeit wahrscheinlich?  

Stellt man diese zweite Frage, dann kommt man kaum umhin, den Streit um den Ankauf gestohlener Bankdaten als Vertrauensdiskurs zu beschreiben. Wenn die Deutschen ihr Geld massenweise ins Ausland transferieren, dann vertrauen sie nicht: dass mit ihrem Geld verantwortungsvoll umgegangen wird, dass der Nachbar auch seiner Steuerpflicht nachkommt, dass das Geld wirklich bei den Bedürftigen ankommt, dass die Gesetzgebung ...

Lesen Sie weiter...

 


     Der Star ist die Mannschaft

     Manager Magazin 11/2009

    Wie wichtig ist die Nummer eins eines Unternehmens wirklich? Die   

     Finanzmärkte glauben es zu wissen: Aktienkurse reagieren oft euphorisch auf den Wechsel an der Unternehmensspitze. Und diese Reaktion ist so beeindruckend naiv, dass sie unser Lächeln ehrlich verdient. Als wäre ein einzelner Mensch nicht nur in der Lage, das komplexe Zusammenspiel von Organisation und Markt vollumfänglich zu steuern, sondern dies auch noch unter allen Umständen und in allen Kontexten und zu aller Zeit und immer gleich erfolgreich (womit Erfolg noch gar nicht definiert wäre). Der Historiker kennt dieses Männer-machen-Geschichte-Paradima als publikumswirksame Personalisierung, die Napoleon Russland erobern lässt und den Nationalsozialismus zum ...

 

Lesen Sie weiter...


Vom Staatsbürger zum Bürgerstaat

Die Welt 19.10.2009

Wie schaut der Staat den Bürger an? Einige blicklenkende Alternativen: Ist der Bürger in der Lage, seinen eigenen Weg zu gehen – oder glaubt der Staat, ihm diesen Weg vorzeichnen zu müssen? Ist er ein Erwachsener, dem man Erwachsensein auch zutrauen muss – oder ist er ein Kind, das erzogen werden muss? Muss man die Sozialsysteme an die Lebensentwürfe der Bürger anpassen - oder sind, umgekehrt, die Lebensentwürfe der Bürger den Systemen anzupassen? Hat der Bürger die natürliche Neigung, sich zunächst um sich und seine Familie zu kümmern - oder soll er sich vorrangig um ...

 

Lesen Sie weiter...

spacer


Epochenbruch
Manager Magazin 7/2009

Ich grüsse, bevor ich zum Punkt komme, zwei Gessler-Hüte. Den einen: Wer am Managementdiskurs der letzten zwanzig Jahre teilgenommen hat, weiss, wie sehr ich mich gegen die Boni-Unsitte ausgesprochen habe, die unter der Hand das Unternehmen zur Beute seiner Angestellten macht. Den anderen: Wie wichtig die Legitimität von Management-Entscheidungen für die innere Verfasstheit eines Unternehmens ist, habe ich andernorts erörtert (Harvard Business manager 03/2005): Wenn das Management nicht in der Lage ist, Entscheidungen wertgestützt zu begründen und gegen konkurrierende ...

 

Lesen Sie weiter...


 

      Es gibt keine richtigen Anreize

      - Zehn Überlegungen zur Entlohnungspolitik-

      Neue Züricher Zeitung 10.01.2009

     Die Entlohnung der Manager ist durch die Finanzkrise erneut zum Thema geworden. Diesmal steht jedoch weniger die Höhe der Gelder im Vordergrund, vielmehr richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Verhaltensanreize, die vom Belohnungssystem ausgehen. Überall bastelt man an neuen Systemen, die „falsche“ Anreize durch „richtige“ ersetzen sollen. Will man jedoch nicht in technokratischen Aktionismus verfallen und lediglich „innerhalb“ der Belohnungslogik denken, dann ist an fundamentale Prinzipien der Unternehmensführung zu erinnern ...

 

Lesen Sie weiter...